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29.08.2014 Der Bauch --- Protagonist oder Antagonist meines Lebens?

So viel ist sicher... Mein Bauch ist definitv der Mittelpunkt meines Lebens. Ich hab schon aufgehört zu zählen, wie oft ich am Tag vor dem Spiegel stehe und mir seinen aktuellen Umfang anschaue. Unglaublich, dass ein paar cm mehr oder weniger darüber entscheiden, ob es ein guter oder schlechter Tag wird.

Egal was ich anziehen will, der Bauch entscheidet ob es geht oder nicht. Wenn man ihn zu sehr sieht, dann zieh ich es auch nicht an. Eigentlich werde ich gerne gesehen und stehe auch gerne im Mittelpunkt. Das Problem ist aber, dass mein Bauch das ganz anders sieht. Er will weder gesehen noch wargenommen werden. Und natürlich gebe ich nach. Schwierig wird das wenn ich dienstags den Zumba-Kurs leite. Ich bin vorne. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Wenn ich kein Shirt hätte, was lang genug wäre um den Bauch bei jeder Bewegung zu verdecken, dann hätte ich schon längst wieder damit aufgehört, den Kurs zu leiten. Dabei macht es mir riesigen Spaß vorne zu stehen und meine neuesten Choreos vorzuführen.

Heute ist Tag nummer 17 ohne Brechanfall. Und es macht mich kein bisschen glücklich, dass ich schon so lange ohne durchgehalten habe. Jeder Haken auf dem Kalender bedeutet wieder mehr Gewicht. Wenn es nur darum ginge, die Ess-Brechattacken (E-Ba) zu bekämpfen, wäre Bulimie gar keine so schwerwiegende Krankheit. Ich glaube, dass man erst zum Kern der Krankheit gelangt, wenn man die Attacken erst einmal beseitigt. Dann erst merkt man, welche Sehnsüchte oder Ängste man durch die E-Ba zu verdrängen versucht. Der schwerste Teil bleibt für mich aber den Drang zu besiegen. Den Drang danach schlank und attraktiv zu sein. Den Drang zu heulen, nur weil ne Hose mal nicht mehr passt. Den Drang 24/7 den Bauch einzuziehen. Sogar wenn ich alleine Zuhause bin und mich niemand sieht. Ich kann den Bauch nur "loslassen" wenn ich ich unter einer Decke liege oder im sitzen etwas vor meinen Bauch halten kann... also dann, wenn niemand (inklusiver meiner Slebst) meinen Bauch sehen kann. Viele meiner Klamotten passen mir sogar nur mit eingezogenem Bauch. Es ist sooo anstrengend. Das merke ich auch, wenn ich dann am späten Nachmittag oder abends ordentliche Verspannungen im Rücken habe.

Was versuche ich so verzweifelt zu "verstecken", wenn ich meinen Bauch einziehe? Meine Unsicherheit. Ich empfinde meinen Bauch als die einzige Zielscheibe, mit der mich jemand verletzen kann. Mir kann alles gesagt werden, jede mögliche Beleidigung. Die prallen alle an mir ab. Aber nicht wenn mich jemand dick, fett, pummelig, kräftig, vollschlank, ... nennt. Dann könnte ich sofort anfangen zu heulen. Und wenn jemand meinen Bauch berührt muss ich mich zusammenreißen, dass ich dieser Person keine Backpfeife verpasse. Ich will halt nicht an meinen Bauch erinnert werden.

Der Teil meines Körpers, der mir das leben so schwierig gestaltet. Mich davon abhält, optimistisch zu einem Date zu gehen, ohne den Hintergedanken, dass er mich sowieso zu fett findet. Der bestimmt, was ich anziehen kann und was nicht. Der dafür sorgt, dass ich mich beim Zumba nur gut fühlen kann, wenn ich ihn mal für einen Augenblick vergessen kann.

Manchmal denke ich mir, wie ich wohl wäre wenn ich keinen dicken Bauch hätte...

 

 

29.8.14 15:18


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26.08.14 So fing es an

Also dann fang ich mal an...

Mein Blog soll von meiner Bulimie handeln. Ich weiß nicht weswegen ich den Blog starten will. Vielleicht um einfach nur meine Gedanken für mich selbst sichtbar zu machen. Ich diskutiere gerne mit mir selber, indem ich mein "logisches (Izan)-" und mein "emotionales (Timi)-" Ich in schriftlicher Form miteinander argumentieren lasse. Mir hilft das, wenn ich nicht weiß weswegen ich etwas tue, was ich eigentlich nicht will.

Ich möchter herausfinden, was die Gründe für meine Bulimie und mein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl sind. Anscheinend reicht es nicht aus, dass Izan weiß, welche fatalen Folgen es hat und nur mit dem Finger mahnt, dass es nicht gut ist. Timi hat Ängste, die ich herausfinden muss und auf die ich eingehen muss.

 

Seit 13 Tagen habe ich mich nciht mehr Übergeben und auch so liegt der Schnitt im Moment bei ca. 1,57 mal Brechattacken pro woche. Und seit Beginn waren es 13 Brechattacken. So ein Zufall, ich liebe die Zahl 13. Ich vermerke das einfach mal als gutes Omen. Angefangen zu notieren hab ich am 28.06.2014 (Beginn des Ramazan). Mein (wieder einmal unrealistisches) Ziel war es, mich den kompletten Fastenmonat vegan zu ernähren. Der erste Tag war ein voller Erfolg und am zweiten Tag hab ich mich dann schon vollgefressen und übergeben.

Es scheint als habe ich oft das Bedürfniss, mich vollzufressen sobald ich mir irgendeine Diät oder ähnliches auferlege. Dann hab ich im inneren schon sofort das Gefühl, dass ich genau die Sachen haben muss, die ich mir selbst verboten habe.

So hat meine Bulimie damals auch denke ich begonnen. Ich war seit der dritten oder vierten Klasse schon immer dicker als die anderen. In der Pubertät wurde es dann noch schlimmer. Ich weiß noch wie mein Vater mal beim Einkaufen wütend geworden ist, weil mir bei C&A keine Hose mehr gepasst hat. Meine Mutter hat versucht ihn zu besänftigen indem sie sagte, dass Hosen manchmal eben kleiner ausfallen. Oder als mein Vater mir mal gesagt hat, dass ich ab sofort eine Nulldiät machen solle. Jedenfalls hab ich dann so mit 15 oder 16 angefangen mir alles was man Über Ernährung und Co. wissen kann, anzueignen. Immer auf der Suche nach neuen Diäten die ich ausprobieren konnte. Und irgendwann war dann der Moment, wo ich auf die Idee kam, dass wenn ich mal bei ner Diät n ausrutscher hatte, ich mich einfach nur Übergeben muss und schon war der Ausrutscher nie passiert. Eigentlich ein totsicheres System. Zwei oder drei Jahre später habe ich dann gemerkt, dass die Ausrutscher zur gewohnheit geworden sind und genauso das anschließende Erbrechen. Ich merkte, dass ich das eigentlich nicht mehr wollte aber es nicht sein lassen konnte. Als ich dann mit 19 von Zuhause ausgezogen bin, wurde es schlagartig noch schlimmer, da ich ja keine Angst mehr haben musste, dass mich mein Bruder oder meine Eltern erwischen.

Vor ca. 1 1/2 Jahren war ich auch für drei Monate in einer Klinik für Psychosomatik. Der erste große Schritt in Richtung Bulimi-freies Leben. Ich habe jede Menge Dinge über mich gelernt. Und war auch die meiste Zeit in den drei Monaten Brechfrei. Ich habe sogar in dieser Zeit meinen ersten festen Freund gefunden. Und danach war ich sogar zwei Monate ohne Ess-Brech-Attacken. Aber da ich wieder zunahm, kam es wie es kommen musste. Vereinzelt habe ich mich wieder Übergeben müssen. Und so wie man nicht bemerkt, dass die Sonne langsam aber sicher untergeht, so war die Bulimie langsam aber sicher wieder in vollem Umfang wieder da.

Jetzt habe ich seit langem wieder das Gefühl, dass ich es schaffen kann sie los zu werden. Aber ich bemerke, dass ich wieder zunehme. In meinem Kopf fängt Timi wieder an, sich auf die Nachteile des Gesundseins und auf die Vorteile der Bulimie zu fokussieren. Ich glaube, dass das der Grund ist, weswegen ich den Blog anfangen möchte.

Gott stehe mir bei...

26.8.14 11:59


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